Am Anfang war das Wort

Gandre Asterios Heid

Gandre ist altnordisch und heißt Zaubertier. Heid wurden Zauberinnen und Zauberer genannt. In der Mitte ist es Asterios – Riese und Opferstier oder König*in der Unterwelt. Gandre Asterios Heid ist das Gefäß des Lebens und der Unsterblichkeit. Ist Joker, Clown, Narr. Ist Gestaltwandler und Trickster.

In der nordamerikanischen Ethnologie sind Trickster berüchtigt, als störende Gegenspieler leuchtender Helden- und Heilsfiguren. Gesetze mißachtend bringen sie Laster und Hilfe zugleich. Der Gestalt gewordene Widerspruch in einer tief gespaltenen, völlig abnormalen Persönlichkeit präsentiert sich selbst spielend und zaubernd. Er lügt wie gedruckt und sagt immer die Wahrheit.  Niemand vereinigt Unzüchtigkeit und Sakralität so exaltiert schamlos, wie dieses Götter imitierende unheilskundige Wesen.

Gandre Asterios Heid ist eine Frau, ist ein Mann, ist ein Junge, ist ein Mädchen. Heute so und morgen so! Wie es aus ihr/ihm heraussprudelt. Niemand weiß es genau. Dieser Vulkan ist unberechenbar.

Das ganze Leben ist ein Spiel.

 

Wir spielen unsere Rolle, wo uns das Spiel hinstellt und spielen sie ideal, weil wir überlegen sind. So sind wir das Göttliche: Leben grenzenlos und betroffen von seinem Rollenspiel.

Heinrich Zimmer, Indische Sphären