Am Anfang war das Wort

His Master’s Voice

Die Stimme seines Herren.

Tausende Jahre älter als die Stimme des Herrn sind Symbole und Bilder, versteckt in den Handlungen der Theaterstücke, Opern und Filme unserer Gegenwart.
Der leichten Wellengang dramatischer Verwicklungen einer Geschichte, wird jedoch der Größe des eigentlichen Geschehens, also der Summe alles bisher Geschehenen und dem was noch alles Geschehen kann, selten gerecht. Die Ahnung dessen ist umschrieben mit dem Wort Uroffenbarungen – gespeichert in verdichteter Unzeitlichkeit der Mythen.

Mythen fordern auf zu Enthüllen und dafür unser Denken zu ändern. Anders kann sich ihr tiefer Sinn, ihre Uroffenbarung, nicht mitteilen. Handlung ist begreifbare Verhüllung. Die Geschichte eines Mythos umschließt schützend vor unwissendem Blick, intensiv gelebte körperliche und geistige Erfahrungen, die in ihrer ursprünglichen Heftigkeit und Dichte gar nicht rational fassbar sind.  Was eine einfache Geschichte scheint, lebt unbegreiflich vielschichtig tiefer.

Mythen tradieren Wissen und Du bist ihre Stimme.

 

Adam und Eva im Paradies – Gott hätte es doch so gut gemeint. Und trotzdem läuft die Sache schief. Evas Griff nach dem Apfel zerstört den Frieden zwischen Mensch, Natur und Gott und eröffnet die menschliche Geschichte mit all ihren Risiken und Abgründen. Der biblische Schöpfungsmythos hat die europäische Kulturgeschichte zutiefst geprägt und illustriert bis heute das menschliche Verhältnis zu Geschlechterdifferenz, Sexualität und Tod, das Streben nach Erkenntnis und Wissen. Eva wurde zur Mutter der Sünde und zur Mutter der Zeit – und Adam? Für den gelten mildernde Umstände. So einfach und farbig die biblische Geschichte von Adam und Eva sich darstellt, so vielseitig formbar ist sie auch: Spiegel der Grundfragen menschlicher Existenz und aller großen sozialen, geistigen und künstlerischen Umbrüche, Ursprung, der mitgeht, der die Menschen begleitet. So kennen wir den Anfang aus biblischer Sicht. Archaische Kulturen erzählen ganz andere Geschichten davon, wie alles begann: Ein Lachen, das Seen und Flüsse speist, ein Flügelschlag, der die Welt beseelt, Muscheln, aus denen Sonne und Mond aufsteigen oder ein Welt-Elternpaar, aus dessen Umarmung Himmel und Erde entstehen. Voll Anmut und Poesie präsentieren sich die zahlreichen uralten Weltentstehungsmythen. Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Irene Schuck

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Geheimnis der Mythen – Metaphern von Ursprung und Wandel
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Eva Demmelhuber
Wir kennen sie als Schöpfungserzählungen vom Anfang der Zeit, antike Götter-Legenden, eigenartige Erzählungen mit rätselhaften Bildern voll suggestiver Kraft, die uns emotional tief erfassen: die Mythen der Welt. Zu allen Zeiten entstanden in allen Kulturen der Welt Geschichten über die Geheimnisse des Lebens, die dem Individuum Orientierung und Sinn gaben und seine persönliche Biographie anbinden sollte an die Geschichten von Göttern und Helden, Drachen und Ungeheuern, Weltbildern und Religionen. Mythen sind keine normalen Geschichten, sondern ineinander verschlungene Metaphernströme, die voller Widersprüche sein können, aber immer zeigen, dass Wandel möglich ist. Sie liefern den Menschen Symbole und Modelle für eigene Konflikte, Übergänge und “Drachenkämpfe”. Dabei sind Mythen faszinierend und gefährlich zugleich. Sie sprechen das Unterbewusstsein an, können leicht missbraucht werden und zu politischem und religiösem Extremismus und Fundamentalismus führen. Zugleich kann der Verlust von Mythen in der modernen Welt zu Sinnverlust und Oberflächlichkeit führen. Heute kennen wir Mythen fast nur noch aus dem Kino und der Literatur. Doch wir müssen ihr Geheimnis, ihre Kraft, Schönheit und Gefahr kennen, um nicht zu ihrem Opfer zu werden.

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Der moderne Mensch hat sich von seiner Mitwelt fast völlig abgenabelt. Er sieht sich als getrennt von der Natur, die er beherrschen will. Alte Kulturen haben sich mit der Welt verbunden gefühlt und diese Verbundenheit durch zahlreiche kulturelle und religiöse Werkzeuge immer wieder erneuert. Eine davon war das Konzept des „Totems“. Dabei handelt es sich um etwas anderes als die bei Karl May beschriebenen Totempfähle, die angeblich der Marter dienten. Totems sind vielmehr der Ausdruck einer engen Verwandtschaftsbeziehung eines Clans oder eines Individuums zur Tierwelt. Die Regeln, die mit dieser Verwandtschaft zu einem tierischen Urahnen verknüpft waren, hatten sowohl ökologisch-nachhaltige, wie spirituelle und soziale Funktionen und halfen den traditionellen Gesellschaften, sich unter schwierigen Bedingungen zu erhalten. Totems können auch Gegenstände, in Wüstengegenden auch Wasserquellen sein. Der Glaube an Totems, die das Leben des Einzelnen oder der sozialen Gruppe beeinflussen können, basiert auf der animistischen Weltsicht der Jäger- und Sammlerkulturen und kommt auf der ganzen Welt in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Und auch in unserer Kultur gibt es Reste dieser alten religiösen Riten und Symbole – zum Bespiel in Form der Tiere, die das Wappen vieler Städte enthalten. Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Axel Wostry

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Bereits in vorchristlicher Zeit galten Bäume als Orte, an denen sich das Göttliche offenbarte. Diese Überzeugung wurde aber – als das Christentum sich auszubreiten begann – als heidnisch verfolgt, ungeachtet zahlreicher biblischer Bezüge, die den Baum ebenfalls hervorheben. Andreas Pehl untersucht den Zusammenhang zwischen heidnischer Baumverehrung, christlichen Mythen und Heiligengeschichten, die bis heute erzählt werden.

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Die Klimakrise bedroht uns alle, könnte weltweit Welternährungsschwierigkeiten und Migrationswellen auslösen und zwar in so gigantischem Ausmaß, dass viele lieber gleich den Kopf in den Sand stecken, als nach politischen oder umweltethischen Wegen aus der Krise zu suchen. Dabei liegen die Instrumente zur Bewältigung des Klimawandels längst vor uns ausgebreitet, in den Weisheits- und Spiritualitätstraditionen verschiedener Religionen und Kulturen auf allen Kontinenten. „Für die Zukunft der Welt – Spirituelle Antworten auf den Klimawandel“, ein Feature von Geseko von Lüpke.

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Der Ansatz des „Sacred Activism“ erobert die Welt. Die westliche Zivilisation befindet sich am Wendepunkt. Es geht darum, eine Kultur der Naturzerstörung und des ewigen Wirtschaftswachstums zu beenden, die in eine globale Mega-Krise zu führen droht. Und es gilt, eine nachhaltige, lebensfördernde Kultur zu erbauen, die zukunftsfähig ist. Je mehr die existentiellen Grundlagen des planetaren Lebenssystems gefährdet sind – die Reinheit des Wassers, das Leben in den Meeren, die Klarheit der Luft, das Gleichgewicht des Klimas, der Schutz der Böden vor Erosion und Verwüstung – desto mehr geht es im globalen zivilgesellschaftlichen Widerstand tatsächlich um die existentiellen Grundlagen des Lebens selbst. Immer öfter berufen sich Aktivisten gegen die Zerstörung von Natur und Lebensqualität deshalb darauf, für die „Heiligkeit des Lebens“ zu kämpfen. Politisch-ökologischer Widerstand bekommt damit eine spirituelle Komponente, die auch die Form des Protestes verändert. Die Sendung berichtet von Initiativen in Palästina, den USA, Brasilien, Portugal und Deutschland. Von Geseko von Lüpke

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Unternehmen bemessen die Zeit in Jahresbilanzen, Politiker allenfalls in Legislaturperioden. Je schneller das Leben wird, desto kürzer werden die Zeit-Räume, denen wir uns bewusst sind. Der moderne Mensch lebt in einem Zeit-Käfig, abgetrennt von den Wurzeln der Vergangenheit und weitgehend blind für die Tiefen der Zukunft, die sich nach ihm entfalten wird. Wir verstehen uns als die Spitze der Evolution und handeln, als ständen wir am Ende der Zukunft. Dabei währt ein Menschenleben – gemessen an der Evolution des Kosmos – nur für den Bruchteil eines Augenblicks. Was passiert mit einer Zivilisation, die keine Beziehung mehr hat zu den Tiefen der Zeit? Warum zerstört die postmoderne Kultur die Zukunft? Wie können wir uns wieder rückverbinden mit der Vergangenheit, aus der wir kommen und Kontakt aufnehmen mit der Zukunft, die in uns angelegt ist? Die Sendung geht diesen Fragen nach, weitet die Räume unseres Zeitgefühls und berichtet über Ansätze und Initiativen, die Tiefen der Zeit zum Fundament unseres Handelns in der Gegenwart zu machen. Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer

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„Der Regenbogen als Metapher von Transzendenz und Vielfalt“

Der Regenbogen ist ein Symbol für unendlich vieles – den Bund Gottes mit den Menschen, die Brücke zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod, er steht für Epiphanien und Transzendenz, für Frieden auf Erden und ethnische Vielfalt, nicht zuletzt für freie sexuelle Orientierung. In anderen Kulturen beschützen Regenbogen-Schlangen gefährliche Schätze der Erde wie Uran, stehen für das unerwartete Auftauchen tödlicher Gefahren, symbolisieren schamanische Himmelstreppen oder buddhistische Stufen der Erleuchtung. Aber vor allem ist der Regenbogen zu allen Zeiten und fast überall ein Zeichen der Hoffnung dafür, dass es nach Krise, dunklen Wolken, Unwetter, Blitz und Donner wieder in Balance weitergeht, die Zuversicht, dass ein einbrechendes Ungleichgewicht überwunden wird. Es scheint, als würde der bunte Halbkreis am Himmel in uns bis heute die Seele berühren und Staunen, eine Freude und Leichtigkeit auslösen. Bevor der Sommer mit seinen Gewittern auch den Regenbogen wieder in unser Leben zaubert, gehen die Evangelischen Perspektiven diesem Himmelszeichen auf die Spur. Von Geseko von Lüpke

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Mit verändertem Weltverständnis Zukunft neu erzählen
Die Suche nach einer neuen Geschichte des Menschseins
Von Geseko von Lüpke

Die moderne Welt basiert auf einer bis zu 3.000 Jahre alten Schöpfungserzählung, die – vielfach missverstanden – in die menschliche Beherrschung der irdischen Biosphäre mündete und zur Trennung zwischen Natur und Mensch geführt hat. Sie steht für ein von der Naturwissenschaft dominiertes Weltbild, dass unsere Existenz als zufällig, weitgehend sinnlos, vom größeren Ganzen abgetrennt, auf Konkurrenz und Kampf aller gegen alle erklärt. Dieses Weltbild hat eine Realität der Naturzerstörung und sozialen Spaltung geschaffen, welche die Menschheit heute mit der akuten Gefahr der Selbstzerstörung konfrontiert. In dieser Situation entstehen aber weltweit zahlreiche Versuche, die Rolle des Menschen ganz neu zu verstehen und eine “Neue Geschichte” des Menschen zu formulieren, die als ethische Grundlage für eine Kultur der Zukunftsfähigkeit wirken soll. Daran beteiligt sind Philosophen, Theologen und Geisteswissenschaftler, aber auch Physiker, Biologen und Kosmologen.

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Naturreligionen – altes Wissen neu entdeckt
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Irene Schuck
In jeder Liste der großen Weltreligionen dürfen sie nicht fehlen – die Naturreligionen, die nach wie vor bei rund 300 Millionen Menschen aus indigenen Kulturen das Weltbild prägen. Neu allerdings ist die Entwicklung, dass auch in der modernen Welt naturreligiöse Strömungen auf dem Vormarsch sind und zum Teil deutlichem Einfluss auf die Ausprägung auch christlicher Gottesdienste nehmen. Was aber ist so faszinierend an Glaubensformen, die scheinbar gar nichts mehr mit der modernen Welt zu tun haben: Indianische Rituale, Kulte archaischer Naturreligionen, schamanistische Heilungswege. Die Sendung geht den vielen Spuren nach: Sie macht nicht nur deutlich, dass die Krise der kirchlichen Institutionen viele Menschen nicht nur dazu führt, nach Alternativen Ausschau zu halten, sondern auch die vorchristlichen Wurzeln europäische Religiosität zu erforschen. Sie behandelt zudem den starken Einfluss der Globalisierung auf unser modernes Weltbild, in der es nicht nur einen Export von Weltbildern von Nord nach Süd gibt, sondern auch umgekehrt. Sie erklärt darüber hinaus, warum gerade in Zeiten der Umwelt- und Klimakrise die Suche nach ökologischen und ganzheitlichen Glaubenswelten der Naturreligionen, die einen anderen Umgang mit der lebendigen Welt vermitteln, besonders groß ist. Dabei wird deutlich, dass manch altes Wissen durchaus der modernen Welt dienen kann und einige archaische Weisheiten den Aussagen der modernen Grundlagenforschung verblüffend nahe kommen.

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Was ist “die Natur”? Der Mensch bildet gedankliche Konstrukte, indem er zwischen Zivilisation und Wildnis unterscheidet oder unberührte Landschaften schön findet. Doch die definitorische Verfügungsgewalt ist eine Illusion
VON: Justina Schreiber

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Ein Lachen, das Seen und Flüsse entstehen lässt, ein Flügelschlag, der die Welt beseelt, Muscheln, aus denen Sonne und Mond aufsteigen: Voll Poesie präsentieren sich die alten Weltentstehungsmythen. Autor: Reinhard Schlüter

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Mit verändertem Weltverständnis Zukunft neu erzählen
Die Suche nach einer neuen Geschichte des Menschseins
Von Geseko von Lüpke

Die moderne Welt basiert auf einer bis zu 3.000 Jahre alten Schöpfungserzählung, die – vielfach missverstanden – in die menschliche Beherrschung der irdischen Biosphäre mündete und zur Trennung zwischen Natur und Mensch geführt hat. Sie steht für ein von der Naturwissenschaft dominiertes Weltbild, dass unsere Existenz als zufällig, weitgehend sinnlos, vom größeren Ganzen abgetrennt, auf Konkurrenz und Kampf aller gegen alle erklärt. Dieses Weltbild hat eine Realität der Naturzerstörung und sozialen Spaltung geschaffen, welche die Menschheit heute mit der akuten Gefahr der Selbstzerstörung konfrontiert. In dieser Situation entstehen aber weltweit zahlreiche Versuche, die Rolle des Menschen ganz neu zu verstehen und eine “Neue Geschichte” des Menschen zu formulieren, die als ethische Grundlage für eine Kultur der Zukunftsfähigkeit wirken soll. Daran beteiligt sind Philosophen, Theologen und Geisteswissenschaftler, aber auch Physiker, Biologen und Kosmologen.

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Der Weltenbaum: Zentrum der Welt und Mittelpunkt der Schöpfung. Seine Wurzeln reichen tief hinab, seine Äste hoch hinauf, er verbindet Himmel, Erde und Unterwelt. Er steht als vollkommendes Symbol für das Leben. Die Germanen kannten die Weltenesche Yggdrasil, die Ägypter den Isched-Baum, die Perser den Simurgh-Baum, die Mutter aller Bäume, die Griechen den Baum der Hesperiden. Islamische, jüdische wie christliche Überlieferungen beschreiben das Urbild vom Paradiesgarten mit dem Lebensbaum im Zentrum. Die Geschichte des ersten Menschenpaars und des Baums der Erkenntnis rückt hier in ein Licht von Sünde und Schuld. Tatsächlich aber scheinen, wie etwa bei den Ureinwohnern Hawaiis, der Lebensbaum und der Baum der Erkenntnis ursprünglich eins gewesen zu sein. Da der Weltenbaum alles ist, bringt er auch Wissen. Daher fand die Ausbildung der Druiden im Wald statt, daher brachte Odin die Runen von der Weltenesche mit, daher suchte Buddha den Baum der Erleuchtung. Ein näherer Blick auf den Weltenbaum offenbart ein erstaunlich einheitliches, internationales und religionsübergreifendes Bild. Autor und Regie: Frank Halbach

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Der letzte Dreck? Von der Erde, von der wir leben.

Ohne fruchtbare Böden ist ein Leben auf der Erde nicht denkbar. Dennoch müllen wir den Boden unter unseren Füßen zu, versiegeln, betonieren, asphaltieren oder besprühen ihn mit Giften und Gülle, die sich wie ein Pesthauch übers Land legt. Böden, der letzte Dreck! Der Klimawandel tut das seinige: weltweit sind durch Erosion rund 1,2 Milliarden Hektar wertvollstes Ackerland in den letzten 60 Jahren verlorengegangen, eine Fläche so groß wie China und Indien zusammengenommen. Böden sind Vielkönner, wenn man sie pflegt; sie können buchstäblich Unglaubliches aushalten, solange der Grundansatz ökologische Vielfalt statt Monokultur heißt. In der Politik taucht das Thema Boden bislang nur bei landwirtschaftlichen Krisen auf; die UN hatten daher 2015 zum Jahr des Bodens ausgerufen, um auf die katastrophalen Folgen von Ausbeutung und Übernutzung hinzuweisen, und die Kostbarkeit des Erdbodens ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Erde ist aller Menschen Heimat, die uns (er)trägt und nährt und vielen indigenen Kulturen damals wie heute als heilig gilt. Von Peter Erlenwein

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Wie Mediziner das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist neu entdecken: Das Bewusstsein wächst: Heilung ist bei vielen Diagnosen erst dann in Sicht, wenn Körper, Seele und Geist als Einheit begriffen werden. Und wenn mit einer Heilkraft gerechnet wird, die über die Medizin und die ärztliche Heilkunst hinausgeht. Denn jede psychische und körperliche Krise kann zugleich als spirituelle Krise wahrgenommen werden. So suchen viele neue und selbstbewusste Wege für ihre Gesundheit und ihr Seelenheil zugleich. Wege, die wieder zusammenbringen, was bei uns normalerweise getrennt behandelt wird, Heil und Heilung, Körper und Seele. Seit mehr als 35 Jahren treffen sich in Heiligkreuztal Menschen aus Heilberufen und aus Theologie und Seelsorge, um sich auszutauschen und wieder zusammenzubringen, was zusammengehört. Krankheit ist dann nicht nur ein Störfaktor in einer Körpermaschine, sondern ein Wegweiser für ganzheitliche Wachstum. Und Erfahrungen mit geistigem Heilen werden genauso ernstgenommen wie psychosomatische Zusammenhänge. Von Mathias Morgenroth

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Jahrhunderte von Kriegen und Unterdrückung kennzeichnen die Geschichte, Zeitalter von Gewalt gegen Frauen, gegen Minderheiten, gegen Arme. Ein Jahrhundert der Völkermorde liegt hinter uns, systematische Ausrottungspolitik wird bis heute praktiziert. „If we don’ t heal, we continue to kill“, sagt der kolumbianische Theaterpädagoge und Therapeut Hector Aristozabal. Er ist einer derjenigen, die sich von Erfahrungen der Gewalt nicht haben einschüchtern lassen, sondern die eigene Traumatisierung so verarbeitet haben, dass sie heute als Aktivisten für eine friedvolle Zukunft mit anderen Traumatisierten arbeiten. Die Sendung portraitiert solche „verwundeten Heiler“ aus Deutschland, Kolumbien, Südafrika, Japan und dem Nahen Osten. Von Geseko von Lüpke

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Trance: Bloße Halluzination oder die Möglichkeit, einen Blick hinter die Oberfläche der vertrauten Erscheinung unsrer Welt zu werfen? Ist die Welt, die wir kennen nur ein winziges Fragment der Wirklichkeit? Von Frank Halbach

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Das Paradies, den Himmel, Gott zu schauen – seit Jahrtausenden sind wir Menschen von diesem Wunsch erfüllt. Und wir versuchen, das Unsagbare in Worte zu fassen. Nicht nur die Theologen sind daran beteiligt, sondern auch viele Dichter und Literaten.
Von Lorenz Wachinger

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An Pfingsten feiert man den Heiligen Geist. Der Begriff hat viele Facetten, beschreibt aber stets eine Verbindung zwischen dem Menschlichen und den Göttlichen. Moderne Theologen entdecken überraschende Parallelen zu den Naturwissenschaften und anderen Religionen.
Von Corinna Mühlstedt

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Manitou – Der “große Geist” der Indianer
Autor und Regie: Frank Halbach
“Mein Bruder vergesse den Apachen nicht. Er bete für ihn zum großen, guten Manitou!” So spricht Winnetou, im Sterben liegend. Karl Mays Erzählungen haben bei uns lange die Vorstellung geprägt, Manitou sei nichts anderes als die indianische Entsprechung unseres Schöpfergottes. Doch Manitou – der übrigens bei vielen Stämmen einen anderen Namen trägt – ist kein personaler Gott. Das ist eine Erfindung christlicher Missionare, die Manitou bei Bedarf auch mit Teufel übersetzten. Doch Manitou ist mehr als ein Wesen, er ist die Summe aller heiligen Kräfte. Manitou ist die ‘Weltseele’, verkörpert im Büffel, im Gewitter, in der Wolke, er erfüllt alle Dinge und alle Plätze, Manitou ist der ‘eigentümlich Allgegenwärtige’. Hinter dem ‘großen Geist’ der Indianer Nordamerikas steckt eine pantheistische Vorstellung: Gott, Natur und Kosmos sind eins. Manitou begegnet uns mit so vielen Gesichtern, wie es einst Indianerstämme gab.

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Das Element Luft – Atem der Welt
Autorin: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer
Sie ist unsichtbar, scheint aus nichts zu bestehen und ohne Gewicht zu sein – die Luft. Erst nach und nach hat die Wissenschaft entdeckt, dass jenes Medium, das uns mit jedem Atemzug am Leben hält, ganz anders ist, als wir es uns mit dem ‘Gesunden Menschenverstand’ vorstellen. Luft ist ein hochdynamisches Gemisch aus Gasen, die sich in einem labilen Gleichgewicht befinden, das die ganze Biosphäre gestaltet. Wir leben am Boden eines Luftmeeres, dass mit unglaublichem Gewicht auf uns lastet. Luft ist Filter, Transportmittel, Windmaschine, Wettermacher. Luft ist das Medium der Kommunikation, der Gerüche. Luft ist ein Geschenk der Pflanzen an das Leben, verbindet uns mit der gesamten Schöpfung auf diesem Planeten, ja sogar durch die Tiefen der Zeit. Und: Luft ist in Gefahr immer höher mit Schadstoffen belastet zu werden und den Planeten zum Treibhaus zu machen. Die Sendung ist eine Entdeckungsreise in das geheimnisvoll Alltägliche des Elements Luft – mit Aspekten aus Wissenschaft, Mythologie, Religion und Kultur.

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Die Kunst ist keine Logik von Verweisungen wie die Wissenschaft, sondern die Befreiung von aller Verweisung und ein Ausdruck unmittelbarer Erfahrungen: eine Darbietung von Formen, Bildern oder Ideen dergestalt, daß sie nicht primär einen Gedanken oder selbst ein Gefühl mitteilen, sondern eine direkte Wirkung.

Joseph Campbell, Die Masken Gottes, Schöpferische Mythologie