RITUELL SPIELEN

Erschaffe einen Charakter und töte ihn!

Im Mittelpunkt steht der Schöpfungsprozess einer spielerischen Selbstbegrenzung (vulgo: Charakter) und die Möglichkeiten ihrer Entwicklung bis zum Tod. Erprobe eine Möglichkeit der selbstständigen Rollenvorbereitung für Bühne, Film oder andere Gelegenheiten.

Im Ritus reaktualisierst du performativ eine Erfahrung. Das Vergangene wird unmittelbare Realität der Gegenwart und wirkt erneut in die Zukunft. Du selbst gestaltest den Ritus und erhältst somit schöpferische (göttliche) Macht. Nutze Deine Verantwortung. Du kannst Schicksale verändern. Rituell Spielen kreiert die heilende (Nacht)Sprache eines versunkenen Reiches.

Für Schauspieler*innen, Sänger*innen, Tänzer*innen, Regisseur*innen, Theaterpädagogen*innen und Lehrer*innen
Nächster Termin: Nur auf Deine/Eure Einladung zu Blockseminaren, Projektwochen, Workshops oder als fortlaufendes Kursangebot
Kosten: VB in Abstimmung mit Euren/Deinen realistischen Möglichkeiten
Kursleitung: Olaf Rauschenbach
Arbeitssprachen: Deutsch, Englisch, Deine Muttersprache

RITUELL SPIELEN mit Atem, Körper, Gedanken, Seele, Stimme und Worten

Wir spielen mit performativen und naturalistischen Mitteilungsformen, mythologischen und religiösen Grundlagen, neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und gestalttherapeutischen Elementen.

Dich erwartet eine traumasensible, achtsame, Sicherheit vermittelnde, Ressourcen aufbauende Spielatmosphäre. In diesem geschützten Rahmen, erforschen wir die vertikalen und horizontalen Aspekte Deiner Rolle und die Möglichkeiten, ihren Schöpfungsmythos vor Deinem ganz persönlichen Hintergund zu reaktualisieren – RITUELL SPIELEN mit der Vielfalt der Dir zur Verfügung stehenden Texte.

RITUELL SPIELEN ist eine Form der Intertextualität

Wir begreifen jeden Text, jede Dir begegnende Herausforderung, jedes Umfeld in Familie, Theater oder am Filmset, als gleichberechtigte „Textvorlage“.

Du tauchst rückwärts ein in das Chaos Deiner InWelt und entbindest daraus den Kosmos Deiner ureigenen und diesmal vielleicht sogar heilenden Schöpfung. Im rituellen Spiel erwacht aus Dir, eine lebendige, absolut unverwechselbare Selbstbegrenzung (Charakter). Vom sicheren Fundament des rituellen Spielens aus, hast Du Zugriff auf Deine aktivierten Potentiale, entsprechend der Anforderungen der Inszenierung, in der Du mitwirkst.  Jetzt bist du Schöpfer*in. Bist Mythmaker*in.

Rituell Spielen – Geschlechterrollen lösen sich auf

Dogmen werden überflüssig. Fesseln fallen. Das Schauspiel des Lebens beginnt.

Im rituellen Spiel erwecken und erfahren wir Symbole, versteckt in allen Geschichten der Welt. Es enthüllen sich jahrtausende alte widersprüchliche, wahnsinnige und unfassbare Bilder menschlicher Sprache, in ihrer ganzen Gestalt und gnadenlosen Wirkmacht. Für Goethe beispielsweise waren Symbole die „lebendig-augenblickliche Offenbarung des Unerforschlichen“. Apropos Goethe – das rituelle Spielen kennt keine Genies.

Die „Methode“ RITUELL SPIELEN ist eine künstlerische  Grundhaltung, gefunden in der mehrjährigen Zusammenarbeit mit Studierenden und Schüler*nnen der darstellenden Künste aus verschiedenen Nationen. Wir arbeiten an einem praxisnahen, realistisch umsetzbaren Gegenentwurf zu rational gedachten sowie autoritär und patriarchal anfälligen künstlerischen Arbeitsweisen, der modernen Unterhaltungsindustrie.